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7 Seltene Tiere der Gebirge Zentralasiens

Die Gebirge Zentralasiens sind im Hinblick auf die Topografie und das extreme Klima ein außergewöhnlicher Lebensraum. In großen Teilen ist die Landschaft geprägt von Gebirgsketten, Gebirgsmassiven und ausgedehnten Hochplateaus auf über 3000 Metern Höhe. Mit 14 Achttausendern befinden sich hier die höchsten Erhebungen der Welt.


Einzigartige Tiere haben sich auf unterschiedlichste Art und Weise an das Leben in diesen unwirtlichen Gebirgsregionen angepasst. Sie sind wahre Überlebenskünstler und dennoch sind viele ihrer Arten vom Aussterben bedroht. Die Gründe dafür sind vielfältig und stehen zumeist im direkten oder indirekten Zusammenhang mit dem Menschen: Wilderei, Umweltverschmutzung, Klimawandel...um nur einige Faktoren zu nennen.


Das Aussterben von Tierarten hat unkalkulierbare Risiken für unser Ökosystem und somit im Umkehrschluss auch auf den Menschen. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für diese schützenswerten Tiere zu schärfen. Hier eine Auswahl seltener Tiere, die die rauen Gebirgshänge Zentralasiens beherbergen:


1) Der Rote Panda


Verwandtschaft:

Der Rote Panda wird zur Gattung Raubtier gezählt und gehört zur Familie der Kleinen Pandas. Der Kleine Panda und der Große Panda sind zwar Namensvetter, aber nicht miteinander verwandt.


Nahrung:

Der Rote Panda ernährt sich vorwiegend von Bambussprösslingen. Auch Gräser, Wurzeln und Früchte gehören zu seinem Hauptspeiseplan. Gelegentlich isst er Eier, Insekten, Jungvögel und Nagetiere.

Lebensraum: Der Rote Panda ist in feuchtkühlen Bergregionen beheimatet, die geprägt sind von Bambuswäldern. Er lebt auf einer Höhe zwischen 1400 bis 4800 Metern. In Nepal ist er im Langtang und um den Kanchenjunga zu finden. Auch in Bhutan ist er beheimatet.

Fortpflanzung: Die Tragzeit bei einem Roten Panda beträgt ca. 114-145 Tage. In einem Wurf bringt das Weibchen 1-4 Jungtiere zur Welt. Die Kleinen werden in Baum- oder Felsenhöhlen geboren und verlassen diese erst nach 3 Monaten.

Wussten sie schon?

Der Rote Panda lebt meist als Einzelgänger. Tagsüber ruht er gerne auf Bäumen oder in Höhlen. Zur Dämmerung und in der Nacht ist er aktiv. Auch wenn er zu der Gattung Raubtier gezählt wird, ist er vorwiegend Pflanzenfresser. Bambus ist seine Leibspeise. Sein rot-braunes Fell ist auffällig, aber tarnt ihn zugleich. Durch die Zerstörung seines Lebensraumes ist der Rote Panda stark bedroht und steht unter Naturschutz.

2) Das Blauschaf


Verwandtschaft:

Das Blauschaf gehört - trotz des irreführenden Namens – zusammen mit dem Zwergblauschaf nicht zu den Schafen, sondern zur Gattung der Ziegen.

Nahrung: Blauschafe sind strikte Vegetarier und ernähren sich von den Gräsern, Kräutern und Moosgewächsen der alpinen Hochweiden.

Lebensraum:

Das Blauschaf, auch bekannt unter dem Namen Bharal, ist in zentralasiatischen Gebirgen beheimatet. Es ist zu finden im Himalaya (Bhutan, Nepal, Nordindien), in manchen Gebieten Tibets, Xinjiangs und der Inneren Mongolei. Es hält sich in Höhen zwischen 3000 und 5000 Metern auf. Gelegentlich kann es auch auf bis zu 6500 Metern Höhe gesichtet werden. Die Blauschafe sind begabte Kletterer und finden selbst an Steilhängen Halt und Schutz vor Raubtieren. Fortpflanzung: Weibchen und Jungtiere leben in Herden von 5 bis 20 Tieren. Die Böcke leben für gewöhnlich alleine oder in einer Gruppe von Junggesellen. Zur Paarungszeit werden sie untereinander enorm aggressiv und versuchen, im Rahmen von Kämpfen, die Kontrolle über eine Herde von Weibchen zu erlangen. Die Paarung findet zwischen Oktober und Januar statt. Nach einer Tragzeit von rund 160 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, in seltenen Fällen auch zwei. Das Weibchen säugt die Jungtiere für etwa 6 Monate.

Wussten sie schon?

Das Blauschaf gilt eigentlich als häufig. In den 1960 er Jahren gab es noch über eine Million Blauschafe. Inzwischen ist die Gesamtpopulation jedoch infolge von Bejagung stark zurück gegangen. Schätzungen schwanken erheblich und liegen zwischen 40.000 und 400.000 Blauschafen. Der Schneeleopard ist der natürliche Feind des Blauschafs, er bewohnt das gleiche Habitat.

3) Der Schneeleopard


Verwandtschaft:

Der Schneeleopard, auch Irbis genannt, zählt zur Gattung der Raubtiere. Er zählt zur Familie der Großkatzen und ist mit dem Löwen, dem Tiger und dem Jaguar verwandt.

Nahrung:

Der Schneeleoparden erbeutet je nach Region Hirsche, Böcke, Blauschafe und andere Huftiere. Aber auch Wildschweine, Murmeltiere, Hasen und bestimmte Vogelarten stehen auf seinem Speiseplan. Wenn er in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf Beutezug geht, fallen ihm Nutztiere wie Schafe, Esel, Pferde oder Yaks zum Opfer. Sporadisch ernährt er sich von Zweigen.

Lebensraum:

Der Schneeleopard lebt in Hochgebirgsregionen bis in 6000 Meter Höhe. Er besiedelt trockene und steile Felsregionen, Geröllfelder, Schneeflächen oder lichte Nadelwälder. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über 12 Länder Zentralasiens: Vom Himalaya im Süden bis zum russischen Altai- und Sanjangebirge im Norden. Vom Hochland Tibets im Osten bis zum Pamir und Hindukusch im Westen. Die höchste Population ist in Tibet nachgewiesen. Fortpflanzung: Nach einer Tragzeit von etwa hundert Tagen bringt das Weibchen im Sommer mehrere Jungtiere zur Welt. Diese beginnen im Alter von zwei Monaten feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie bleiben knapp zwei Jahre bei ihrer Mutter. Dann werden die Schneeleoparden generell zu Einzelgängern. Selten schließen sie sich mit max. sechs weiteren Tieren zusammen.

Wussten sie schon?

Der Schneeleopard wechselt zweimal im Jahr sein Fell. Im Winter ist es ein dicker Pelz, der vor Kälte schützt, im Sommer ist es weniger dicht und kürzer. Mit der weiß-grauen Fellzeichnung und den dunkelgrauen, ringförmigen Flecken ist er in der kargen Gebirgslandschaft perfekt getarnt. Die Pfoten sind in Relation zum Körper sehr groß, wodurch sich ihr Körpergewicht wie bei Schneeschuhen auf eine größere Fläche verteilt, so dass sie nicht im Schnee versinken. Das dicke Haarpolster der Sohlen schützt sie vor der Kälte. Weltweit gibt es schätzungsweise 5000 Exemplare. Der Schneeleopard gilt aufgrund von illegaler Bejagung und dem Klimaschutz als extrem gefährdet. Ihr natürlicher Feind ist der Wolf.

4) Der Takin


Verwandtschaft:

Der Takin zählt in der Ordnung der Paarhufer zur Familie der Hornträger. Er ist auch bekannt unter dem Namen „Gnuziege“ oder „Rindergämse“, was seiner rinderartigen Statur geschuldet ist.

Nahrung: Im Sommer ernährt sich der Takin von Gräsern, Kräutern sowie Blättern von Sträuchern und Bäumen. Er richtet sich auf den Hinterbeinen auf und erreicht so das Laub in bis zu drei Metern Höhe. Im Winter steigt er mangels Alternativen auf Zweige um.

Lebensraum:

Takine sind beheimatet in den Bergwäldern des Hochgebirges. Im Sommer grasen sie in Herden von bis zu 300 Tieren auf bis zu 5000 Metern Höhe nahe der Baumgrenze. Im kalten Winter besiedeln sie tiefer gelegene Nadelwälder. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den östlichen Ausläufern des Himalayas von Tibet, Sikkim und Bhutan bis ins südliche China.

Fortpflanzung:

Die großen Herden bestehen aus Weibchen, Jungtieren und Junggesellen. Alte Böcke sind Einzelgänger und schließen sich lediglich zur Paarungszeit von Juli bis August einer Herde an. Nach einer Tragzeit von etwa acht Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die Jungen können der säugenden Mutter bereits nach wenigen Tagen folgen. Feste Nahrung nehmen sie ab zwei Monaten zu sich.

Wussten sie schon?

Takine haben stämmige Beine, starke Klauen und Afterklauen und sind hervorragende Kletterer. Sowohl Männchen als auch Weibchen haben auffällige Hörner. Ihr langes, zotteliges Fell sondert ein öliges Sekret ab, das vor Nässe schützt. Je nach regionaler Herkunft ist ihr Fell hellbeige, gelblich, rötlich oder schwarzbraun gefärbt.

5) Der Wilde Yak


Verwandtschaft:

Der Yak, auch Grunzochse genannt, ist eine in Zentralasien verbreitete Rinderart. Optisch ähnelt der Yak jedoch nicht dem Rind, sondern eher dem Büffel. Er hat einen breiten Brustkorb, einen langen Rumpf und einen auffälligen Buckel am Rücken. Man unterscheidet zwischen dem wilden Yak und dem domestizierten Hausyak.

Nahrung: Yaks sind wie andere Rinderarten Pflanzenfresser. Sie sind jedoch deutlich genügsamer als Kühe oder Hochlandrinder und optimal an karge Lebensräume angepasst. Sie fressen Gräser, Kräuter, Moose und Flechten. Jahreszeitabhängige Gewichtsschwankungen sind normal. Im harten Winter verlieren Yaks bis zu zwanzig Prozent ihres Gewichts.

Lebensraum:

Der wilde Yak lebt in den unzugänglichen, kalten Steppen- und Wüstenregionen des tibetischen Hochlands und des Himalayas auf einer Höhe zwischen 4000 und 6000 Metern. Er lebt in den von Menschen unbewohnten Gebirgsregionen in Tibet, im Westen Chinas, in Nepal, Bhutan und Indien. Mit seinem langen und extrem dichten Fell ist er hervorragend an seinen Lebensraum angepasst und strotzt extremer Kälte von bis zu minus 40°C.

Fortpflanzung: Yaks sind Herdentiere. Außerhalb der Paarungszeit bestehen die Herden aus Weibchen und Jungtieren. In der Gruppe können sie sich optimal gegen ihre natürlichen Feinde, wie beispielsweise Wölfe, verteidigen. Bullen sind Einzelgänger oder schließen sich in kleinen Gruppen zusammen. Die Paarungszeit geht von September bis Oktober. Nach einer Tragzeit von acht bis neun Monaten bringt die Yakkuh ihr Jungtier zur Welt, genau abgestimmt auf die Jahreszeit mit dem reichhaltigsten Nahrungsangebot.

Wussten sie schon?

Der wilde Yak ist vom Aussterben bedroht und steht unter Artenschutz. Nur noch etwa 10.000 Exemplare leben schätzungsweise in schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Die Mehrzahl der heute lebenden Yaks sind domestiziert, schätzungsweise 14 Millionen. In vielen Regionen sichern sie die Existenz der Menschen. Yaks eignen sich hervorragend als Lasttiere. Sie liefern Milch, Wolle und Leder und mit dem Dung sogar Brennmaterial.

6) Der Kiang


Verwandtschaft:

Der Kiang, auch bekannt als Tibet-Wildesel, gehört zur Familie der Pferde. Er ist am nächsten verwandt mit dem asiatischen Esel. Optisch ähnelt er jedoch mehr dem Pferd und aufgrund seiner beachtlichen Größe gilt er als der größte Vertreter der wildlebenden Esel.

Nahrung:

Der Kiang ist wie alle Pferde ein Pflanzenfresser und Gräser sind seine Hauptnahrung. In den üppigen Sommermonaten Juli und August kann er bis zu 45 Kilogramm an Gewicht zulegen. Im harten Winter zehrt er davon, denn dann steht ihm nur wenig Gras zur Verfügung und er muss sich häufig mit Wurzeln zufriedengeben.

Lebensraum:

Der Kiang gilt als endemische Tierart der Hochebenen nördlich der Himalaya-Gebirgskette. Er bewohnt trockenes Grasland, Steppen und Halbwüste und bewegt sich bis auf 5000 Meter Höhe. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist die tibetische Hochebene. Aber auch in den chinesischen Provinzen Qinghai und Sichuan, in Nepal, Nordindien (Ladhak, Sikkim) und Pakistan ist er verbreitet.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit beginnt im Juli und endet Mitte September. In dieser Zeit verfolgen die Hengste Stutengruppen und kämpfen mit anderen Männchen um das Paarungsvorrecht. Eine Stute bringt nach einjähriger Tragzeit meist nur ein Jungtier zur Welt. Dieses kann der Mutter schon nach wenigen Tagen folgen und ist nach einem Jahr selbstständig.

Wussten sie schon? Auch wenn der Kiang ein endemisches Tier ist, so ist seine Population mit etwa 65.000 Exemplaren beachtlich. Ein Großteil ist in Tibet beheimatet. Der Kiang gilt als wenig bedroht. Im Vergleich zum verwandten asiatischen Esel hat der Kiang lange Gliedmaßen und Ohren. Das leichte Sommerfell schimmert an der Oberseite hellrot, im Winter ist das Fell hingegen braun, dicht und das Haar doppelt so lang. Ihre Unterseite sowie meist auch die Beine, Kehle und Schnauze sind weiß gefärbt. Am Rücken haben sie einen charakteristischen schwarzen Streifen, den für Wildesel typischen Aalstrich.

7) Die Tibetantilope

Verwandtschaft:

Die Tibetantilope gehört zur Gattung der Paarhufer. Innerhalb dieser wird sie zur Familie der Hornträger gezählt und hier wiederum der Unterfamilie Antilopinae zugeordnet. Sie ist auch bekannt unter dem Namen Tschiru. Nur die Männchen tragen auffallend lange und Spießähnliche Hörner.

Nahrung:

Die Tibetantilope ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich von Gräsern und Kräutern.

Lebensraum:

Tibetantilopen bewohnen Hochlandsteppen, zwischen 3200 und 5500 Metern Höhe, wie zum Beispiel die Changthang-Region in Tibet. Sie bevorzugen flache Hügellandschaften, sind aber auch in spärlich bewachsenen Geröllfeldern zu finden und überqueren auf ihrer Wanderschaft hohe Pässe. Abgesehen von Tibet, Xinjiang, Sichuan und Qinghai in China, gibt es auch im nordindischen Ladhak eine kleine Population von Tibetantilopen.

Fortpflanzung:

Zur Paarungszeit im November und Dezember versuchen die normal einzelgängerisch lebenden Männchen die Kontrolle über eine Herde von Weibchen zu erlangen. Dabei tragen die Kontrahenten mit ihren bis zu 70m Zentimetern langen Hörnern brutale Kämpfe aus. Die Tragzeit beträgt sieben bis acht Monate, so dass die Tibetantilope im Juni bzw. Juli ihren Nachwuchs, meist nur ein Jungtier, zur Welt bringt. Nach etwa einem Jahr sind die Jungtiere eigenständig.

Wussten sie schon?

Tibetantilopen leben entweder alleine oder schließen sich zu kleinen Herden von 5 bis 20 Tieren zusammen. Gelegentlich bilden sie riesige Herden von bis zu 2000 Tieren. Ihre natürlichen Feinde sind Wölfe und Bären. Vor etwa hundert Jahren bevölkerten noch fast eine Million Tibetantilopen die Hochebenen. Inzwischen ist ihre Population auf schätzungsweise 75.000 Exemplare extrem geschrumpft. Die Tibetantilope gilt als stark gefährdet. Hauptgrund für den Rückgang der Bestände ist die illegale Bejagung. Das Fell der Tibetantilope ist begehrt und wird als feinste und weichste Wolle überhaupt gehandelt.

P.S.: Der Yeti ist ein sagenumwobenes Wesen, welches bislang sein Geheimnis wie einen kostbaren Schatz bewahrt!

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