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Sherpas – Die wahren Helden des Himalaya

Die Sherpas sind bekannt aus dem endlosen Kanon der Bergsteigerliteratur. Doch meist sind sie die stets freundlichen Nebendarsteller. Protagonisten sind die europäischen Bergsteiger, die Ruhm und Ehre erlangten. Aber selbst die berühmtesten Gipfelstürmer haben den Sherpas vieles zu verdanken. Heute sind die Sherpas auf den Expeditionen - insbesondere zum Mount Everest - unentbehrlich.


Ethnische Volksgruppe angesiedelt im Osten Nepals

Der Name der Sherpas wird leider oft als Synonym für „Lastenträger“ verwendet. Eigentlich sind die Sherpas eine ethnische Volksgruppe, die ursprünglich aus dem tibetischen Hochland stammt. Übersetzt bedeutet Sherpa soviel wie „Bewohner des Ostens“ (sher = Osten, pa = Leute). Vor über 500 Jahren überquerten sie die Pässe des Himalaya, um sich in der Region Solu-Khumbu im Osten Nepals auf einer Höhe zwischen 3300 und 4600 Meter niederzulassen.



Kultur und Lebensweise der Sherpa

Sie haben ihre eigene Sprache, die dem Tibetischen sehr ähnelt. Sie sind Buddhisten und der Glaube spielt in ihrem Alltag und in ihrer Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Viele Sherpas leben auch heute noch von Landwirtschaft, Viehzucht und Handel. Auf der Handelsroute zwischen Nepal und Tibet transportierten sie einst Waren wie Salz, Schafswolle, Yaks und Fleisch. Das Lastentragen ist eine gewohnte, alltägliche Arbeit. Sie sind an extreme Höhen gewöhnt und kommen mit kalten Temperaturen klar.



Die Sherpas als Lastenträger und Helfer

Kein Wunder also, dass die durchtrainierten Sherpas bereits in frühen Jahren, etwa um 1920, für Hochgebirgsexpeditionen angeheuert wurden. Sie witterten ihre Chance deutlich mehr Geld verdienen zu können, als durch Ackerbau oder lokale Trägerdienste. Als ungelernte und unerfahrene Gelegenheitsarbeiter ordneten sie sich ihren Arbeitgebern aus dem Westen unter, „dienten“ ihnen als loyale, hilfsbereite und tapfere Träger.


Tenzing Norgay - Wegbereiter der Sherpas

Im Jahr 1953 kam es zur Erstbesteigung des Mount Everest durch den Neuseeländer Sir Edmund Hillary und den Nepalesen Tenzing Norgay Sherpa. Das Ereignis wurde als weltweite Sensation gefeiert. Zum ersten Mal in der Bergsteigergeschichte rückte ein Sherpa aus dem Schatten ins Rampenlicht. Man könnte sagen: Tenzing Norgay wurde zum Wegbereiter der Sherpas.



Die Emanzipation der Sherpas

Mit der Zeit haben sich die Sherpas im Rahmen der Hochgebirgsexpeditionen einen Namen gemacht. Sie avancierten zu erfahrenen und geschätzten Kletterern. Sie übernahmen zunehmend Verantwortung und entscheidende Aufgaben, was ihr Selbstbewusstsein stärkte.

Inzwischen gehören sie oft als gleichwertige Kameraden zum Expeditionsteam, organisieren die verschiedenen Schritte auf dem Weg von Lager zu Lager bis hinauf zum Gipfel. Viele Sherpas werden in ihrer Berufslaufbahn zu Lebensrettern in kritischen Situationen. Manch einer übernimmt sogar die Rolle des Expeditionsleiters. Sie setzen ihr Leben am Berg aufs Spiel, in der Hoffnung selbst einmal Wohlstand zu erreichen.



Sherpas fassen Fuß in der Tourismus-Branche

Viele Sherpas haben es geschafft. So zum Beispiel Thinley’s Schwager. In jungen Jahren hat er als Träger, Trekkingkoch und Guide geschuftet. Er hat Bekanntschaften gemacht und Netzwerke geknüpft. Zusammen mit einem befreundeten Kollegen investierte er sein mühsam Erspartes und gründete ein Trekkingunternehmen. Mit Erfolg! Seit nunmehr 25 Jahren organisiert das Unternehmen Expeditionen, Trekking- und Kulturreise in Nepal. Auf ähnliche Art und Weise konnten viele Sherpas in der Tourismus-Branche Fuß fassen. Sie bauten Lodges und Hotels, gründeten Trekkingagenturen und erarbeiteten sich einen gewissen Wohlstand.


Schwierige Arbeitsbedingungen der Sherpas Oft müssen sie aber auch heute noch schwer verhandeln und um gerechte Bezahlung kämpfen. Noch immer gibt es unseriöse Anbieter, die Expeditionen zu Dumping-Preisen verkaufen und den Sherpas keine ordnungsgemäße Kleidung und Equipment stellen. Viele Sherpa riskieren und lassen ihr Leben am Berg. Das ist der traurige Teil der Geschichte.



Tragische Folgen des Massentourismus am Berg


Im Jahr 2012 kam es zu 4 Todesfällen an einem Tag. Nach langem Warten auf ein Schönwetterfenster, kam es zu einem Ansturm auf den Gipfel durch über 200 Bergsteiger auf einer einzigen Route. Es kam zu Stau, was den ohnehin geschwächten Bergsteigern in der Todeszone unterhalb des Gipfels zum Verhängnis wurde. 2014, nur zwei Jahre später, wurden 16 Sherpas bei einem Lawinenabgang in den Tod gerissen. Sie waren im Khumbu-Eisfall damit beschäftigt, die Route vorzubereiten. Tragödien wie diese beiden legen den Finger in die Wunde.

Die Stimmen werden Jahr für Jahr lauter. Nicht alleine das Geld soll darüber entscheiden wer auf den Gipfel darf. Es soll für mehr Sicherheit am Berg gesorgt werden, die Permits beschränkt und die Voraussetzungen verschärft werden. Darüber hinaus fordern die Sherpas höhere Versicherungssummen für Bergführer und Träger, zumindest aber eine angemessene Entschädigung für die Hinterbliebenen der Todesopfer.



Wann kommt der Sinneswandel?

Ein Sinneswandel, das ist es, was es braucht. Und ein beherztes Handeln, auch von Seiten der nepalesischen Regierung, um die Bedingungen am Berg zu verbessern. Ziel soll es sein, für beide Seiten gerechte Bedingungen am Berg zu schaffen: für die ambitionierten Bergsteiger auf der einen, für die loyalen und fleißigen Sherpas auf der anderen Seite.


Gutes Geld auf einfachen Trekkingtouren

Abgesehen von den Hochgebirgsexpeditionen haben die Sherpas heutzutage zahlreiche Möglichkeiten sich im Tourismus zu betätigen. Nicht alle greifen nach den Sternen und spekulieren auf das schnelle Geld bei hohem Risiko. Viele begnügen sich mit den durchaus anständigen Gehältern, die auf einfachen Trekkingtouren verdient werden können. Denn eines ist sicher: Nepal ist nicht mehr nur gleichbedeutend mit dem Mount Everest und dem Bergsteigen. Es ist unendlich mehr als das! Wen einmal das Nepalfieber gepackt hat, den lässt es nicht mehr los.


Zum Abschluss hier noch ein paar ausgewählte, beeindruckende

Weltrekorde von Sherpas:

1) Tenzing Norgay Sherpa: 1953 gelang ihm, zusammen mit Sir Edmund Hilary die Erstbesteigung des Everest

2) Pasang Lhamu Sherpa: 1993 war sie die erste nepalesische Bergsteigerin, die den Everest bezwang, allerdings verunglückte sie beim Abstieg

3) Kaji Sherpa: 1998 schaffte er es in nur 20 Stunden und 24 Minuten vom Basislager bis zum Gipfel des Everest, was ihm den Namen „Speed Kaji“ eintrug

4) Babu Chiring Sherpa: 1999 verbrachte er in Summe 21 Stunden auf dem Gipfel des Everest ohne Zusatzsauerstoff

5) Ming Kipa: Im Jahr 2001 bestieg sie mit nur 15 Jahren als jüngste Nepalesin den Everest

6) Kami Rita Sherpa: Im Jahr 2018 stand er zum 24. Mal auf dem Gipfel des Everest und hält somit den Weltrekord, am öftesten den Gipfel erreicht zu haben.

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