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Was für uns Weihnachten ist, ist für die Nepalesen Dashain

Aktualisiert: 30. Okt 2019

Gäbe es eine sportliche Disziplin „Feiern“, so wären die Nepalesen mit Sicherheit Weltmeister darin. Denn in kaum einem anderen Land wird so oft, so gerne und so ausgelassen gefeiert wie in Nepal. Lassen Sie es sich nicht nehmen und planen Sie Ihre Reise um eines der beliebten Festivals. Es lohnt sich! So können Sie die reichhaltige Kultur auf authentische Art und Weise kennenlernen.


Eines der bedeutendsten Feste ist das Dashain-Festival, welches in den kommenden 15 Tagen begangen wird. Alle Jahre wieder, so wie wir es von Weihnachten kennen, begeben sich zahlreiche Nepalesen auf die Reise in ihre Heimatregion. Die Vorfreude ist groß, Familie, Freunde und Bekannte wiederzusehen und gemeinsam zu feiern. Es werden zwar keine 4 Adventskerzen entzündet oder 24 Türchen am Kalender geöffnet, doch auch die Nepalesen treffen ihre individuellen Vorbereitungen und pflegen ihre Traditionen.


Viele Nepalese machen sich auf den Weg in ihr Heimatdorf

Die Nepalesen nehmen das Dashain Festival zum Anlass, um ihren Kindern neue Kleidung zu kaufen. Warum auch nicht? Die Geschäfte sind zum bersten voll und bieten gerade jetzt verlockende Rabatte. Die Erwachsenen holen ihre Sonntagskleidung aus dem Schrank und werfen sich ebenfalls in Schale.


Jung und Alt kommen zusammen, um an Gemeindeplätzen große Schaukeln aus Bambus („ping“ genannt) aufzustellen. Sehr zur Freude der Kinder, die in diesem Zeitraum von früh bis spät mit dem Schaukeln beschäftigt sind. Auch der eine oder andere Erwachsene lässt sich gerne auf eine Schaukelpartie ein. Denn ein Mythos besagt, man soll mindestens einmal während dem Dashain „abheben“, um nach dem Tod den Weg in den Himmel zu finden.



Wo auch immer man seinen Blick hinwenden mag, der Himmel ist in diesem Zeitraum voller farbenfroher Drachen. Kinder und Jugendliche bevölkern die Dachterrassen und öffentlichen Plätze, um ihre Flugkünste und Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Während sie mit ihren Drachen beschäftigt sind, spielen die Erwachsenen ausgiebig Karten, manchmal um Geld, meist aber hauptsächlich zum Spaß.


Drachensteigen - ein tagesfüllendes Vergnügen

Die Häuser werden geputzt und nach bestimmten Riten gereinigt. Anschließend werden sie feierlich geschmückt. So wie bei uns der Weihnachtsbaum ursprünglich die bösen Geister vertreiben sollte, so symbolisiert das Dashain-Fest den Sieg des Guten über das Böse. Nach der hinduistischen Mythologie kämpfte die Göttin Durga entschlossen gegen den fürchterlichen Dämon Mahisasur. Nach zehn Tagen besiegte sie ihn. Seitdem wird sie verehrt und es werden ihr zu Ehren Opfergaben dargebracht. Doch es handelt sich nicht etwa um Gold, Weihrauch und Myrrhe, so wie es die drei heiligen Könige dem Jesuskind darbrachten. Nein, der Göttin werden in Tempeln im ganzen Land zahllose Tiere geopfert, darunter Büffel, Ziegen und Hähne. Das blutige Schauspiel mündet an den darauf folgenden Tagen in einem Festmahl, denn das Fleisch der geopferten Tiere gilt als heilig.



Doch nicht alleine das Festmahl steht beim Dashain im Vordergrund. Klar, es gehört dazu, wie bei uns die Ganz an Heiligabend. Im Mittelpunkt steht jedoch das gesellige Beisammensein im Rahmen der zahlreichen Zeremonien, die über mehrere Tage hinweg zelebriert werden.


Eine dieser Zeremonien, auch Puja genannt, ist die „Phulpati“ (phul = Blume, pati = Blätter) an Tag 7. Die Menschen, gekleidet in ihrer traditionellen Tracht, kommen in einer großen Prozession zusammen. Sie tragen herrlich duftende Blumen, Bananenstengel, „Jamara“ (heiliges, gelbes Gras), Rohrzucker und einen „Kalash“, einen Eimer aus Messing mit heiligem Wasser, alles Opfergaben für die Götting Durga. Während der gesamten Prozession wird getanzt und gesungen, spezielle Lieder rauf und runter, ähnlich wie bei uns die Weihnachtslieder. Besonders spektakulär und farbenfroh sind die Prozessionen in den drei Königsstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur.


Eine farbenfrohe Dashain-Prozession in der ehemaligen Königsstadt Bhaktapur

Ein weiteres, bedeutendes Ritual erfolgt am 10. Tag, dem großen Familienfest. Die Verwandten kommen zusammen und die Kinder werden von ihren Eltern mit einer „Tika“ gesegnet, einem roten Punkt auf der Stirn. Dazu wird eine Mischung aus Reis, Joghurt und knallig rotem Zinnoberpulver verwendet.


Viele öffentliche Einrichtungen, insbesondere die Schulen, sind während dem 15-tägigen Festival geschlossen. Es herrscht, wie so oft in Nepal, der Ausnahmezustand.

Nach dem Dashain kehren die Nepalesen wieder zurück ins normale Leben und warten ungeduldig auf das nächste große Fest Tihar, das Lichterfest. Mehr dazu lesen Sie HIER.

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