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Ein Besuch im Kloster

Aktualisiert: 14. März 2023

Nur etwa dreißig Minuten von Kathmandu entfernt befindet sich das buddhistische Kloster Drigung Kagyu Rinchen Palri in schönster Berglage. Es ist das Kloster der Tibetisch stämmigen Limi-Gemeinde. Auch Thinley’s Familie steht dem Kloster nahe und es gibt zahlreiche Verbindungen zu den dort lebenden Mönchen und Lamas.


Oberhalb des Klosters steht das Familienhotel auf einem Bergrücken mit sensationeller Aussicht auf das Kathmandu-Tal und die umliegenden Berge. Während unserer Nepalreise verbringen wir hier eine Woche mit der Familie. Und selbstverständlich nutzen wir die Gelegenheit, um auch dem Kloster einen Besuch abzustatten.



"Puja"- Prayer for World Peace


Kaum betreten wir die Klosteranlage, strahlt uns die farbenprächtige Fassade des Hauptgebäudes entgegen. Am Tag unseres Besuchs kündigt ein Plakat an, dass derzeit spezielle Zeremonien abgehalten werden und für den Frieden weltweit gebetet wird („17th Prayer for World Peace“). Diese Gebete finden einmal jährlich nach dem tibetischen Neujahr statt und dauern etwa eine Woche. Der Ursprung dieser Tradition liegt in Lumbini, dem Geburtsort Buddha’s.


Wir treten näher und schon vernehmen wir den gleichmäßigen, sonoren Singsang der Mönche, die bereits vor einigen Stunden mit ihrer „Puja“ begonnen haben. Vor dem Eingang streifen wir unsere Schuhe ab und betreten das Kloster. Ein Großteil der rund 100 hier lebenden Mönche ist versammelt. Sie nehmen uns Gäste wohl wahr, dennoch konzentrieren sie sich weiterhin auf das Rezitieren ihrer heiligen Schriften. Lediglich die kleinen Mönche tun sich schwer und grinsen uns mit schelmischen Augen an. Ihr offenkundiges Lächeln ist ansteckend.



Gäste sind jederzeit herzlich willkommen der Puja beizuwohnen. Nach einer Weile wird uns – wie auch den Mönchen - frischer Buttertee angeboten, den wir dankend annehmen. Irgendwann wird es Tenzing zu laut, denn die Puja wird für Online-Zwecke gefilmt und der Hauptsprecher ist über Lautsprecher zu hören. Er möchte mit Thinley ins Freie. Nima hingegen fühlt sich sichtlich wohl und ruht in sich.


Mittagessen mit der Mönchsgemeinde in der Klosterkantine


Pünktlich um 12 Uhr Mittag ist die morgendliche Zeremonie vorüber und die Mönche verlassen zügig die Halle. Auch wir treten wieder hinaus ins Freie und in die wärmende Sonne. Wir folgen den Mönchen den Berg hinab zur Klosterkantine. Wir stellen uns gemeinsam mit der Mönchsgemeinde an für dhal bat. Als Beilage gibt es Chapati-Brot und verschiedenstes Gemüsecurry, für jeden ist etwas dabei.


Nach dem Essen wird uns ein Gästezimmer angeboten. Dort können wir unseren kleinen Nima frisch machen und in der Mittagshitze eine Ruhepause einlegen. Wir kommen ins Gespräch mit einer älteren Dame, die sich unter anderem um die Gartenanlage kümmert. Unsere große Schwester Pema Yangzin schenkt ihr Pflanzensamen, die wir aus Deutschland mitgebracht haben und im Handumdrehen sind die beiden Frauen damit beschäftig, die Erde umzugraben und die Samen einzupflanzen.


Gespräch mit unserem Freund Lama Pasang


Nachdem Nima ausgeschlafen hat, steigen wir wieder hoch zum Hauptgebäude des Klosters. Die Puja ist wieder in vollem Gange, doch dieses Mal bleiben wir im Freien. Wir beobachten ein paar jüngere Mönche, die im oberen Bereich eine kleine Gebetshalle ausräumen, um feinsäuberlich alles zu reinigen. Die Klosteranlage ist generell sehr gepflegt und wir fühlen uns einfach wohl.


Tenzing läuft im Uhrzeigersinn, so wie er es bereits gelernt hat, um die Chörten und dreht fleißig an den Gebetsmühlen. Lama Pasang, ein Freund von Thinley, bietet uns in der Zwischenzeit leckeren Masala-Tee an und wir kommen mit ihm ins Gespräch. Er erläutert uns die „Grüne Tara Puja“, die insbesondere für den Frieden und die Gesundheit der Menschheit bittet.


Klosteraktivitäten am Nachmittag


Wir spazieren über das weitläufige Gelände. Hinter dem Hauptgebäude sind einige Nonnen und Mönche damit beschäftigt, eine Art bunten Regen/Sonnenschirm zu basteln. Sie erklären uns, dass dieser im Rahmen von Maskentänzen und größeren Zeremonien verwendet wird. Dort befindet sich auch ein riesiges Regal für sogenannte „Tsatsas“ (kleine, gesegnete Buddha-Figuren), die wir genau in Augenschein nehmen dürfen. Die Puja geht allmählich zu Ende und Tenzing spielt auf dem Klosterhof mit ein paar Nonnen, die derzeit in Ramkot zu Besuch sind, Fußball.


Am späten Nachmittag kehren wir mit vielen, neuen Eindrücken zurück zu unserer Familienunterkunft. Wir sind dankbar, dass uns die Mönchsgemeinschaft auch bei unserem heutigen Besuch mit unseren Kindern so gastfreundlich aufgenommen hat, wie auch schon oft in der Vergangenheit.

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